Achtung Abmahngefahr - so sieht ein sicherer Webshop aus

Achtung Abmahngefahr!
Rechtliche Anforderungen an Ihren Webshop

Als Anbieter von Speisen & Getränken sind Sie einigen gesetzlichen Regelungen unterworfen. Dazu zählt unter anderem auch die korrekte Ausweisung von Allergenen, Zusatzstoffen und Nährwerten. Kennen Sie all diese Anforderungen? Falls nicht, geben wir Ihnen an dieser Stelle noch einmal einen kleinen Überblick.

1. Vollständiges Impressum

Die vollständigen Impressums- und Inhaberangaben müssen nicht nur auf Ihrer eigenen Website und/oder Ihrem Webshop verzeichnet sein – auch auf Ihrer Speisekarte ist dies laut § 5a Abs. 3 Nr. 2 UWG unabdingbar.

 

Welche Inhalte muss ein vollständiges Impressum haben?

  • Anschrift des Unternehmens
  • Kontaktmöglichkeit wie Telefonnummer
  • Rechtsform des Unternehmens
  • Registereintrag (+ USt-ID)
  • Angaben zum Inhaber (ausgeschriebener Vor- und Zuname)

 

Auf Ihrer Website / Ihrem Shop sind (zusätzlich) folgende Angaben zu treffen:

  • Angabe und Verlinkung der Aufsichtsbehörde

  • Ein Link auf die Streitschlichtungsplattform der EU

 

Die Erstellung eines vollständigen Impressums kann Schwierigkeiten bereiten. Bitte Sie im Zweifel einen Anwalt darum, die Impressumsangaben zu kontrollieren. Aber auch die Website eRecht24 gibt hilfreiche Informationen und Vorlagen, z.B. den Impressum-Generator.

2. Datenschutzerklärung

Mindestens genauso wichtig wie die vollständige Impressumsangabe ist – zumindest in Online-Medien – die Datenschutzerklärung. In Offline-Medien reicht laut aktuellem Stand ein Verweis auf den Link zur Datenschutzerklärung.

Die Datenschutzerklärung dient dazu, Verbraucher – also Gäste Ihrer Website / Ihres Shops – darüber aufzuklären, ob, inwieweit und zu welchem Zweck ihre personenbezogenen Daten erhoben und gespeichert werden.

Diese Informationen können besonders beim Betrieb eines Onlineshops sehr ausführlich sein. Denn aufgrund von Bestellabschlüssen, Zusammenarbeit mit Zahlungsanbietern und Newsletterdiensten und der Nutzung von Analysetools kommen hier bereits sehr viele Informationen zustande, die vom Nutzer gespeichert werden und über die er – vor Nutzung der Seite – aufgeklärt werden muss (bspw. durch sogenannte Cookie-Blocker).

Nutzen Sie daher hier unbedingt rechtliche Unterstützung, um eine korrekte Datenschutzerklärung zu erstellen. Hinweise zu den verwendeten Schnittstellen oder Analysetools geben wir Ihnen gern.

Die Angabe von Impressum und Datenschutz bilden nur die Grundlage der rechtlichen Anforderungen und sind für alle Betreiber einer Website oder eines Shops gleich. Kommen wir aber nun dazu, was Sie als Anbieter von Speisen & Getränken noch zusätzlich beachten müssen.

3. Richtige Kennzeichnung von Zusatzstoffen

Als Zusatzstoffe werden alle Stoffe bezeichnet, die einem Lebensmittel aus technologischen Gründen zugesetzt werden (wichtig ist daher hier die Abgrenzung zu Zutaten). Zu den kennzeichnungspflichtigen Zusatzstoffen in Lebensmitteln gehören vor allem Konservierungsstoffe, Phosphat, Schwefel, Chinin, Farbstoffe, Süßungsmittel, Geschmacksverstärker oder Koffein. Die Zusatzstoffe eines Produktes müssen nach der Zusatzstoff-Zulassungsverordnung (ZZulV) direkt an der Produktbezeichnung z.B. in Form eines Kürzels (hochgestellt) stehen– und das sowohl auf gedruckten Speisekarten oder Flyern, als auch im eigenen Onlineshop.

Bei nicht vorverpackten Lebensmitteln muss die Kennzeichnung direkt auf der Angebotsseite erfolgen und zwar in der Regel (d.h. wenn genügend Platz vorhanden ist) ausgeschrieben. Zudem ist dem Zusatzstoff das Wort „mit“ voranzustellen. Zusatzstoffe müssen noch einmal ausführlich in den Produktinformationen aufgeschlüsselt und ausgewiesen werden.

4. Ausweisung von Allergenen

Genauso wie Zusatzstoffe müssen die 14 häufigsten Allergene ausgewiesen werden. Dies sollte folgendermaßen geschehen: bei nicht vorverpackten Lebensmitteln muss zwingend das Wort „enthält“ vorangestellt werden, bspw. enthält glutenhaltiges Getreide. Ferner muss bei Gluten und Schalenfrüchten hinter dem Oberbegriff zwingend der konkrete allergieauslösende Stoff angegeben werden.

Ferner muss bei Gluten und Schalenfrüchten hinter dem Oberbegriff zwingend der konkrete allergieauslösende Stoff angegeben werden. Das bedeutet: Gluten muss ein Hinweis auf Weizen, oder Gerste etc. folgen. Bei Schalenfrüchten ein Hinweis auf Haselnuss, Mandel, Walnuss, etc. Zudem muss bei Verwendung von Dinkel darauf geachtet werden, dass dieser korrekt als Weizen gekennzeichnet wird. Informationen zur Allergenkennzeichnung finden Sie unter anderem hier.

5. Nährwertkennzeichnung

Seit einiger Zeit muss EU-weit der Brennwert von Produkten, ebenso wie sechs Nährstoffe – die Mengen an Fett, gesättigten Fettsäuren, Kohlenhydraten, Zucker, Eiweiß und Salz – angegeben werden. Und dies in einer ganz bestimmten Reihenfolge.

Wichtig ist hierbei nicht nur die tabellarische Form, sondern auch die Angaben pro 100g bzw. pro 100ml – damit Lebensmittel miteinander vergleichbar bleiben. Die Angaben pro Portion erfolgen – zumindest nach aktuellem Stand – auf freiwilliger Basis.

Verkaufen Sie vorgefertigte Produkte wie z.B. Eiscreme, müssen Sie zudem noch Auskunft über Zutaten und Hersteller machen.

Nährwerte Webshop

Korrekte Nährwertausweisung bei unserem Partner burgerme

6. Grundpreisangaben, Pfand & Alkoholgehalt


Gerade beim Verkauf von vorgefertigten Produkten wie Eis oder Getränken sind einige Zusatzangaben zu beachten. So müssen Grundpreise, Endpreise, Nettofüllmenge, Alkoholgehalt und Warnhinweise immer sichtbar sein. Warnhinweise beinhalten bspw. den Alkoholgehalt oder erhöhten Koffeingehalts eines Getränkes.

Der Grundpreis ist der Preis pro 100 g/ml bzw. 1 kg/l. Ziel der Angabe ist die Möglichkeit zum Preisvergleich unabhängig von der angebotenen Menge und muss in direkter Nähe zum Endpreis des Produktes stehen.

Der Pfandbetrag sollte in den Endpreis eines Produkts einberechnet werden. Aber er muss unabhängig davon noch einmal mit dem Vermerk „inklusive“ oder „inkl.“ in direkter Nähe zum Gesamtpreis einzeln dargestellt werden.

Die hier gezeigten Anforderungen dienen nur der Information und ersetzen keine rechtliche Beratung. Wenn Sie Hilfe bei der Pflege der rechtlichen Anpassungen benötigen, versuchen Sie es zunächst in unserer SimplyDelivery Academy oder wenden Sie sich bei Problemen an unsere Mitarbeiter vom Support.

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